“Wir müssen Lösungen finden”: Bayerns großes Problem wird zur Achillesferse

Negativtrend geht weiter
Das ist die Achillesferse der Bayern
Aktualisiert am 29.11.2025 – 12:55 UhrLesedauer: 5 Min.
Harry Kane: Der Topstürmer konnte die erste Saisonniederlage des FC Bayern bei Arsenal auch nicht verhindern. (Quelle: Sven Hoppe)
Die Standardschwäche des FC Bayern wird für den Rekordmeister zunehmend zum Problem. Und bedroht die hohen Saisonziele.
Auf den ersten Blick überraschte Vincent Kompany ein wenig bei seiner Einschätzung des kommenden Heimspielgegners. “Wichtig, dass wir in der Vorbereitung keine Unterschiede zwischen St. Pauli und Arsenal machen”, sagte der Bayern-Chefcoach vor dem Duell mit den “Kiezkickern” am Samstag. “Wir werden St. Pauli nie anders sehen als Arsenal. Das dürfen wir nicht.”
Auf den zweiten Blick ist Kompanys Sicht der Dinge allerdings fast schon folgerichtig. Denn die Probleme bei Standardsituationen, mit denen die Bayern auch bei dem verlorenen Champions-League-Topspiel in London (1:3) zu kämpfen hatten, beschäftigen den deutschen Rekordmeister vor dem nächsten Bundesligaspiel weiterhin.
Der FC St. Pauli hat zwar zuletzt acht Ligaspiele in Folge verloren und dürfte im Normalfall eigentlich keine allzu große Herausforderung für die Bayern darstellen. Fünf ihrer bisher neun Bundesligatore und damit mehr als die Hälfte haben die Hamburger aber nach ruhenden Bällen erzielt. Und genau in solchen Situationen dürften sie wohl auch in München ihre Chance wittern – möglicherweise sogar ihre einzige.
Kompany hatte schon vor dem Arsenal-Spiel über die Anfälligkeit seines Teams bei Standardsituationen gesagt: “Jeder hat es gesehen. Jede Mannschaft, gegen die wir spielen, wird jetzt glauben, das ist ein Moment für uns.”
Nachdem seine Mannschaft in London den bereits fünften Gegentreffer nach einem Eckball in den vergangenen drei Spielen kassiert hat, sagte Kompany am Freitag bei der Pressekonferenz zu Bayerns Standard-Krise: “Jetzt ist es völlig normal und verständlich, dass es ein Thema ist. Bis wir den Deckel zumachen, wird das auch so bleiben.” Und weiter: “Die Phase ist, wie sie ist. Wir müssen Lösungen finden und den Deckel zumachen.”
Dabei tat Kompany mit seiner rechten Hand so, als würde er gerade eine imaginäre Flasche zuschrauben. Noch hat Kompany den passenden Deckel aber noch nicht gefunden, um den Geist, also das Standardproblem seiner Mannschaft, wieder zurück in die Flasche zu bekommen.
Der Belgier betonte aber: “Ich möchte jetzt nicht alles ändern, links, rechts, vorne, hinten.” Stattdessen gehe es um Details, “sehr viel Videoanalyse, Training und Austausch”, wie Kompany schilderte. Dann komme man an “einen Moment”, an dem man “durch diese Phase durchkommen müsse”. Und “zwei, drei, vier, fünf, irgendwann zehn Spiele in Folge machen, wo das ganz stabil aussieht”, so Kompany. “Dann bekommst du wieder dein Vertrauen.”




