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Gentlemen only!

Wenn Tanz auf Erotik trifft: Die Burlesque-Tänzerin „Parfait de la neige“. (Foto: Jasmin Otman)

In der JOVEL Music Hall fand am Abend die 39. Herrensitzung der „KG Böse Geister“ statt. Eine Veranstaltung, die sich jedes Jahr großer Beliebtheit erfreut – und wo manche Dame gerne mal Mäuschen spielen würde…

Im Gegensatz zur fröhlich bunten Damensitzung ist die Kleiderordnung an diesem Abend eher unkreativ: Die Farben Schwarz und Weiß ziehen sich durch alle Reihen der festlich dekorierten Halle. „Willkommen auf dem Spuckdeck“, heißt es auf dem riesigen Banner, aber SPOILER: Gruselig wird das Unterhaltungsprogramm zum Glück nicht. Allerdings läuft es auch nicht ganz glatt. „Die Burlesque-Tänzerin hatte 100km vor Münster eine Autopanne. Sie kommt nicht…“, sagt Moderator Ralf „Eppi“ Ebbing kurz vor Beginn der Show. Aus der Ruhe bringt den erfahrenen Entertainer aber so schnell nichts. Zwei Telefonate und der Ersatz ist auf dem Weg.

Und dann ist auch schon Zeit für den feierlichen Einmarsch der Gastgeber. Der Elferrat der „KG Böse Geister“ und die Obergeister (in anderen Gesellschaften heißen sie „Senatoren“) betritt die Bühne und Präsident Mario Engbers begrüßt den fast ausverkauften Saal. Unter den Gästen befindet sich auch der aktuell wohl wichtigste Herr im Karneval: Prinz Christian II. – nicht im Smoking, sondern selbstverständlich im Ornat. Seine Tollität hat einen Premium-Platz direkt vor der Bühne, muss diese aber traditionsgemäß selbst erst einmal besteigen.

Damals und heute

„Ich erinnere mich noch an die allererste Herrensitzung, auf der ich war“, entsinnt sich das Narrenoberhaupt, „das war bei der KG Witte Müse in der Polizeikaserne auf der Weseler Straße. Dort wurde noch rustikal gefeiert: Eine Kiste Bier unter’m Tisch, ein paar Mettendchen – das war’s!“ In seinem Lied „Mit 65 Jahren“ hat er die Zeilen von Udo Jürgens kurzerhand umgewandelt und besingt seinen endlich wahrgewordenen Prinzen-Traum. Bei „Ich bin Prinz Karneval“ hat er sich den Karnevalshit des Jahres zu eigen gemacht. Aus „I hoab`a Wackel-Wackel-Wackel-Wackel-Kontakt“ wird „Wir singen Münster-Münster-Münster-Münster-HELAU!“ So richtig unter Strom sind die Herrschaften im Publikum zu diesem Zeitpunkt des Abends allerdings noch nicht.

Da neben dem ein oder anderen Kaltgetränk ja bekanntlich auch Musik nicht schaden kann, um die Stimmung etwas zu lockern, geht es weiter mit der Band „Cöllner“ aus …. genau, Köln. Und siehe da, die Münsteraner Gentlemen versuchen sich – wenn auch noch etwas zögerlich- an den kölschen Texten. Ein „Heimspiel“ legt das Stadtjugendprinzenpaar Max I. und Rosalie I. hin: Sowohl Max Michels als auch Rosalie Westen stammen aus den eigenen Reihen der „KG Böse Geister“, was Präsident Engbers natürlich mächtig stolz macht: „Ich finde, die beiden repräsentieren unsere Gesellschaft super und zeigen sich bei den Auftritten schon wie richtige Profis.“

Ansprechendes Showprogramm

…es gibt doch eine Burlesque-Show! Hinter den Kulissen bereitet sich indessen „Parfait de la Neige“ auf ihren spontanen Auftritt im JOVEL vor. Die erfahrene Ballett-Tänzerin Anna hat sich nach dem Anruf von EPPI sofort ins Auto gesetzt, um die im Programm versprochene Burlesque-Show zu übernehmen. Mit ihren präszisen wie leidenschaftllichen Bewegungen radiert sie das Wort „Ersatz“ aus den knapp 500 Männerköpfen. Zu diesem Zeitpunkt ist Prinz Christian II. glücklicherweise wieder an seinem VIP-Platz. Er musste zwischenzeitlich nämlich kurz nach Amelsbüren, um dort die Veranstaltung „Goldener Anker“ des Carnevalsclub-Hiltrup (CCH) zu besuchen.

Die Boygroup „Big Maggas“ sorgte wieder für ausgelassene Stiummung im Saal. (Foto: Jasmin Otman)

Einen HAUCH weniger erotischer, aber ebenso stimulierend für den Kreislauf ist die Boygroup „Big Maggas“. Die Jungs haben schon im letzten Jahr bewiesen, dass Männer auch Gefühle haben. Textsicher und hingebungsvoll trällert der Saal Howard Carpendales „Ti amo“ und „Tränen lügen nicht“, zeigt sich aber auch in Feierlaune: „Wo war ich in der Nacht von Freitag auf Mooontag…?“ „Na, im Zweifel immer bei der Herrensitzung!“ antwortet Sänger Roy.

Ich bin gebürtig aus Mönchengladbach, wo ich Soziale Arbeit studiert habe. Als ich 2018 zum ersten Mal auf dem Prinzipalmarkt stand, verlor ich mein Herz an das wunderschöne Münster und bin hergezogen. Neben meinem Job im Krankenhaus genieße ich die Vielfalt an Gastronomie, Kultur und Natur.

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